Bandbreitenmodell von economy for mankind, das beste alternative Wirtschaftssystem der Welt

FAQ - Antworten auf die meistgestellen Fragen

„Alle sagten: Das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht, und hat es gemacht." (Prof. Hilbert Meyer, Universität Oldenburg)
"Es ist schwieriger, eine vorgefasste Meinung zu zertrümmern, als ein Atom." (Albert Einstein)
Politiker: "Wir haben Millionen neue Jobs geschaffen." Arbeitnehmer: "Und ich habe 3 davon."
„Müßte man nicht das ganze System über Bord werfen und mal was ganz anderes probieren?" (Anne Will, ARD, 13.02.2011)

Das Bandbreitenmodell (BBM) erschien 2006 (in Form des Buches "Die Geldlawine"). Seitdem hat noch niemand einen Haken gefunden - außer "kenn ich nicht / will ich nicht."

Wie einfach man mit dem Bandbreitenmodell Arbeitslosigkeit und Niedriglöhne beseitigen kann, zeigt die "Kurzversion". Wer sich für Details zur Umsetzung interessiert, sollte unbedingt den "Blick unter die Motorhaube" lesen.

Die nachfolgenden Antworten basieren auf den meistgestellten Fragen von Kritikern und Wissbegierigen.

  1. Worum geht es im Bandbreitenmodell (BBM)?

  2. Aus welchen Modulen besteht das BBM?

  3. Muss man alle Module gleichzeitig umsetzen?

  4. Warum wird die Arbeitslosigkeit auf Dauer immer weiter steigen?

  5. Kann ein (angeblicher) Aufschwung das Problem lösen?

  6. Wie kann das Bandbreitenmodell die Arbeitslosigkeit komplett beseitigen?

  7. Ist das Konzept rechtlich zulässig?

  8. Wie funktioniert das Konzept konkret?

  9. Ist das Modell kompliziert und schwer umsetzbar?

  10. Kann man kann Unternehmen zwingen, Überflüssige Mitarbeiter einzustellen?

  11. Gäbe es dann nur noch inländische Produkte zu kaufen?

  12. Würde der Welthandel zurückgehen, sobald andere Länder das System kopieren?

  13. Würden die Unternehmen die Belegschaftszahlen aufblasen, indem sie die Arbeit in Minijobs zerlegen?

  14. Warum nur maximal 1.200 Stunden Jahresarbeitszeit? Was ist z.B. mit unentbehrlichen Mitarbeitern?

  15. Dreht sich der Arbeitsmarkt dreht um 180° in ein Arbeitnehmer-Paradies?

  16. Wie kann man einen Arbeitnehmermangel vermeiden? Gibt es Stellschrauben?

  17. Wie kann man hohe Gehälter in Branchen zahlen, deren Preisniveau zu gering ist?

  18. Steigen durch die höhere Umsatzsteuer und die zusätzlichen Mitarbeiter die Preise?

  19. Kumulieren die Umsatzprovisionen zu einem sehr hohen Steuersatz?

  20. Kann man das heutige Steuer- und Sozialversicherungssystem beibehalten?

  21. Werden Innovationen und Automation durch das Bandbreitenmodell aufgehalten?

  22. Warum ist das Bandbreitenmodell weder kapitalistisch noch sozialistisch?

  23. Wie hoch ist die Lohnquote heute und im Vergleich dazu im Bandbreitenmodell?

  24. Gäbe es noch einen Sozialstaat?

  25. Was bedeutet der Name "Bandbreitenmodell"?

  26. Warum heißt das zugrunde liegende Buch "Die Geldlawine"?

  27. Wer trägt die Kosten des Bandbreitenmodells?

  28. Wäre die EU mit dem Bandbreitenmodell einverstanden?

  29. Warum gibt es im Bandbreitenmodell keine Einkommensteuer oder anderen Steuern?

  30. Ist das Bandbreitenmodell nationalistisch?

  31. Was ist die Mindestgröße einer Region, damit das Bandbreitenmodell funktioniert?

1. Worum geht es im Bandbreitenmodell (BBM)?

Es geht um ein alternatives Wirtschaftssystem, das man als "gebändigten Kapitalismus" bezeichnen könnte. Die Prinzipien der Marktwirtschaft (Angebot und Nachfrage, Gewinnstreben) wirken weiter, jedoch zum Wohle aller Menschen. Im Zentrum steht das eigentliche Bandbreitenmodell, das durch optionale Module erweitert werden kann.

2. Aus welchen Modulen besteht das BBM?

Als Optionen stehen verschiedene Module bereit, die unabhängig voneinander installiert werden können:

  • Das eigentliche BBM ist der Kern des Systems. Indem das BBM regional Umsätze und Beschäftigung mittels einer "Unterbeschäftigungssteuer" verknüpft (die sich in einer "Bandbreite" zwischen Null und mehreren hundert Prozent bewegt), kann man Arbeitslosigkeit und Niedriglöhne komplett beseitigen. In diesem Anreizsystem werden Unternehmen motiviert, so viele gut bezahlte Arbeitsplätze von der Steuer abzusetzen, daß sie diese Steuer gar nicht zahlen müssen. Mehr unter "Kurzversion".

  • Umsatzprovisionen ersetzen das heutige Steuersystem und sorgen durch ihre ultimative Effizienz für höhere Einnahmen bei einer niedrigeren Steuerlast. Eine legale Umgehung (Steueroasen etc.) ist nicht möglich, denn jedes Land, das dieses System anwendet, ist selbst eine Steueroase.

  • Das alternative Gesundheitssystem hat einen Schwerpunkt in einer anderen Art der Finanzierung: Statt Arbeit mit Krankenversicherungsbeiträgen zu belasten, können Arbeitnehmer ihre Beiträge behalten. Maximal in der Höhe der bisherigen Beiträge zahlen sie im Krankheitsfall Eigenbeteiligungen und haben nichts verloren. Wer nicht zum Arzt geht, zahlt gar nichts. Weiterführende Links:

  • Das Rentensystem des BBM besteht aus 2 Säulen: Einer aus den Umsatzprovisionen (siehe oben) finanzierten Rente von 2.000 € netto pro Person. Diese Rente wird nach und nach ersetzt durch eine "Betriebsrente als Steuersparmodell". Die zweite Säule ist ein privates Aktiensparkonto. Damit sind wir der "Deutschlandrente" nicht nur 10 Jahre voraus. Wir sichern Sie durch die "Finanzmarktregeln" auch gegen Spekulationen ab.

  • Unsere Finanzmarktregeln können Spekulationen am Aktienmarkt beseitigen - und dabei ist völlig gleichgültig, was an fremden Finanzplätzen geschieht.

  • Das "BGE 2.0" ist Teil des BBM: Das Grundeinkommen in Höhe von 2.000 € wird als Steuersparmodell von der Wirtschaft finanziert.

  • Vermögensbeschränkungen sind eine Vermögenssteuer, die effektiv verhindert, daß die Schere zwischen Arm und Reich zu groß wird.

  • Inflationsbekämpfungs-Unternehmen (IBU) sorgen dafür, daß angesichts der drastisch steigenden Kaufkraft der Bürger die Unternehmen nicht die Preise nehmen, die der Markt hergibt. Die Inflation wird dadurch eingedämmt.

3. Muss man alle Module gleichzeitig umsetzen?

Nein. Alle Module sind sinnvolle Optionen. Man wäre verrückt, sie nicht umzusetzen. Aber wenn man auf einige oder alle Optionen verzichtet, funktioniert das BBM auch.

4. Warum wird die Arbeitslosigkeit auf Dauer immer weiter steigen?

Die Arbeitslosigkeit setigt seit Jahrzehnten in wellenartigen Stufen immer weiter an, verharrt einige Jahre auf ähnlichem Niveau und sinkt bei konjunktuurellen Aufschwüngen kurzzeitig jedes Mal ein wenig, um anschließend weiterzusteigen. Dafür gibt vor allem 5 Ursachen:

  1. Kostendruck durch den Wettbewerb in einer ungezügelten Marktwirtschaft

  2. Automation

  3. Ewige Produktivitätssteigerungen

  4. Globaler Wettbewerb bei Lohn, Bildung und Produktivität

  5. Mismatch zwischen Arbeitgeber-Bedarf und Arbeitnehmer-Qualifikation

Mehr dazu finden sie unter den "Hauptursachen der Arbeitslosigkeit"

Daß die Arbeitslosenstatistiken vieler Länder viel positiver aussehen als die Realität, hat mehrere Gründe:

  • Politiker haben durch Gesetze die Arbeit so sehr verbilligt, daß tatsächlich mehr Menschen Jobs haben - von denen sie allerdings nicht leben können. Aus dem quantitativen Problem haben die Politiker und "Experten" ein qualitatives gemacht. Deshalb steigt die Armut in Deutschland seit 15 Jahren, und deshalb rutscht die Mittelschicht ab. Global betrachtet leben durch Niedriglöhne 5,6 Milliarden Menschen von weniger als 3,50 $ am Tag.

  • Arbeitslosigkeit wurde aus den produktiveren Industrienationen in die weniger produktiven Entwicklungsländer "exportiert". Insgesamt steigt die Arbeitslosigkeit auf der Welt.

  • Alle amtlichen Arbeitslosenstatistiken werden von Regierungen definiert und schließen alle Arbeitslosen aus, die sie "herausdefiniert" haben (vor allem diejenigen, die keinen Anspruch auf Leistungen haben).

5. Löst ein Aufschwung das Problem?

Nein. Obwohl die Wirtschaft stetig wächst, steigt die Armut. Wir haben kein konjunkturelles, sondern ein strukturelles Problem. Permanent fließt Geld von unten (Konsumenten) nach oben (Unternehmenseigentümer) umverteilt, siehe das "Zinsproblem". Die Schere zwischen arm und reich reißt systembedingt immer weiter auseinander.

6. Wie kann das Bandbreitenmodell die Arbeitslosigkeit komplett beseitigen?

Durch ein Bündel von Maßnahmen, von denen drei besonders wichtig sind: Erstens die Abschaffung aller Steuern, mit Ausnahme der Umsatzsteuer. Deutschland würde also durch steuerfreie Gewinne und Einkommen zur Steueroase, während eine höhere Umsatzsteuer die öffentlichen Haushalte finanziert und entschuldet sowie die Sozialsysteme teilweise unterstützt. Zweitens die vollständige Abschaffung der Lohnnebenkosten. Beide Maßnahmen bewirken auch, daß alle Arbeitnehmer ihr Bruttogehalt als Nettogehalt erhalten. Dies allein würde über 60% mehr Kaufkraft und einen entsprechenden Umsatzboom bedeuten. Aber das reicht bei weitem nicht, um das Problem der Arbeitslosigkeit zu lösen, weil sie die Ursache nicht beseitigen.

Das kann nur die dritte Maßnahme - die Einführung des "Bandbreitenmodells". Dabei wird der Steuersatz einer "Unterbeschäftigungssteuer" mit der inländischen Beschäftigungsintensität (Verhältnis der Mitarbeiterzahl zum Umsatz) verknüpft.

Die Arbeitsplatz-vernichtende Gesetzmäßigkeit wird also umgedreht, die besagt: Je weniger Mitarbeiter (im Verhältnis zum Umsatz) bezahlt werden, desto niedriger können Verkaufspreise sein. Stattdessen lautet die Regel des Bandbreitenmodells (bis zu einer vordefinierten Grenze):

Je mehr Inlands-Mitarbeiter (im Verhältnis zum Inlands-Umsatz) bezahlt werden, desto niedriger können die Inlands-Verkaufspreise sein.

Unternehmen werden daher Menschen auf die Gehaltslisten setzen, die sie produktionstechnisch nicht benötigen, um sie als Steuersparmodell von der Umsatzsteuer abzusetzen und dadurch ihre Produkte möglichst preisgünstig verkaufen zu können. Dabei werden sie ihnen bei niedrigen Arbeitszeiten hohe Gehälter zahlen. Produkte von Unternehmen, die zu wenige Mitarbeiter (im Verhältnis zum Umsatz) bezahlen, sind aufgrund hoher Mehrwertsteuersätze nahezu unverkäuflich. Kurz gesagt:

Wer in einem Land Waren verkaufen will, muss im gleichen Land entsprechend viele gut bezahlte Arbeitsplätze bieten. Umsätze und Beschäftigung werden regional verknüpft.

Es ist ein faires Geschäft zwischen Konsumenten und Unternehmen. Und der Arbeitsmarkt wird vollkommen immun gegen die globale Lohnkostenkonkurrenz und Rationalisierungen/Automation.

7. Ist das Konzept rechtlich zulässig?

Selbstverständlich. In jeder echten demokratie hat jedes Volk das Recht, über seine Vertreter die Gesetze zu beschließen, die ihm nutzen.

Es wäre aber auch im heutigen Recht zulässig und umsetzbar. Laut Bundesverfassungsgericht (Urteil vom 11.07.2006, Aktenzeichen 1 BvL 4/00) ist "die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit in Verbindung mit der Gewährleistung der finanziellen Stabilität des Systems der sozialen Sicherung ein besonders wichtiges Ziel, bei dessen Verwirklichung dem Gesetzgeber gerade unter den gegebenen schwierigen arbeitsmarktpolitischen Bedingungen ein relativ großer Entscheidungsspielraum zugestanden werden muss. Dieser Gemeinwohlbelang besitzt eine überragende Bedeutung."

Desweiteren urteilte das Bundesverfassungsgericht am 21.06.2006 (Aktenzeichen 2 BvL 2/99), daß der Gesetzgeber einen weiten Spielraum hat, verschiedene Gruppen von Steuerzahlern ungleich zu behandeln. Zitat: "Diese Ungleichbehandlung ist mit dem gesetzgeberischen Ziel zu rechtfertigen, die Position des Wirtschaftsstandorts Deutschland im internationalen Wettbewerb zu verbessern. Die Förderungs- und Lenkungsziele haben hinreichendes Gewicht... Insoweit ist hervorzuheben, daß der Gesetzgeber innerhalb seines Gestaltungsspielraums bei der wirtschaftspolitischen Instrumentenwahl von einem dringenden Handlungsbedarf ausgehen und sich entscheiden durfte."

Steuern an Bedingungen zu knüpfen ist nichts Neues. Eine Bedingung ist z.B. der Standort. Wohnen Sie in Flensburg, unterliegen Sie dem deutschen Steuersystem. Verlagern Sie Ihren Wohnsitz 3 Km nördlich nach Dänemark, befinden Sie sich in einem reichlich anderen Steuersystem mit höheren Umsatzsteuern, wobei auf Pkws sogar eine Steuer von bis zu 180% aufgeschlagen wird. Auch innerhalb Deutschlands ist der Satz der Mehrwertsteuer von Bedingungen abhängig, nämlich von Art bzw. Verwendung des Produkts. Eine Currywurst im Imbiss wird mit 19% besteuert, wenn der Gast sitzt, und mit 7%, wenn er die Wurst im Stehen isst. Für den Verkauf eines Esels verlangt das Finanzamt 19% Mehrwertsteuer, für einen Maulesel 7%. Islandmoos kostet 7% MwSt., isländisches Moos 19%. Für Oliven, die "durch längeres Mazerieren in Salzlake unmittelbar genußfähig gemacht sind", definierte das Bundesfinanzministerium 7% MwSt., werden die Oliven dagegen "lediglich vorläufig in Salzlake haltbar gemacht", verlangt das Bundesfinanzministerium 19%. Kommt der Kaffee aus einem Automaten, enthält er 19%, bereitet man sich den Kaffee selbst zu, enthält er 7% MwSt. Auf Dill zahlt man 7% Mehrwertsteuer, auf Basilikum 19%. Begründung des Bundesfinanzministeriums: Basilikum ist nicht nur ein Lebensmittel (7%), sondern zusïätzlich ein Heilkraut (19%)...

Essen Sie Ihren Burger bei McDonalds, sind 19% Umsatzsteuer fällig. Essen sie den Burger vor der Tür oder zu Hause, sind nur 7% fällig. Liefert ein Friedhofsgärtner die Bepflanzung eines Grabes, sind 7% fällig, pflanzt er sie auch ein, sind es 19%. Briefmarken enthalten 0% MwSt., Schnittblumen 7% und Topfblumen 19%. Bei Adventskränzen gilt "je grüner der Kranz, desto geringer die Steuer". Der Bundesfinanzhof machte den Steuersatz eines "malt beer base" davon abhängig, wie das Getränk schmeckt. Es kann auch niemand erklären, warum Hallen-Tennisstunden für Nicht-Clubmitglieder mit 19% und für Mitglieder mit 7% MwSt. besteuert werden, sofern sie abonniert sind.

Die Umsatz-/Mehrwertsteuer hängt also reichlich willkürlich von Fragen ab wie "essbar oder nicht", "drinnen oder draussen gegessen", "vorübergehend oder dauerhaft haltbar", "aus dem Kaffeeautomaten oder nicht", "haben Pflanzen eine Wurzel oder sind sie abgeschnitten", "Geschmack", usw. Auch andere Steuern sind an Bedingungen geknüpft. Die Höhe der Einkommensteuer hängt neben der Höhe des Einkommens und der Zahl der Kinder u.a. davon ab, ob sie mit oder ohne Trauschein zusammenleben oder ob die Steuerpflichtigen genug Geld für Steuersparmodelle verdienen. Die Gewerbesteuer hängt von der Stadt ab, in der die Geschäftsleitung eines Unternehmens offiziell (nicht tatsächlich) sitzt, während die Körperschaftssteuer vom Staat abhängt, in der die Buchhaltung sitzt. Auch z.B. die Vergnügungssteuer hängt vom Standort ab.

Mit dem Bandbreitenmodell findet nicht einmal eine solch zulässige Ungleichbehandlung statt, da alle Unternehmen vollkommen gleich behandelt werden. Wie hoch der Umsatzsteuersatz ihrer Produkte ist, haben die Unternehmen selbst in der Hand.

Auch die Verknüpfung von Steuersätzen mit Arbeitsplätzen und L�hnen gibt es bereits, und zwar bei der Erbschaftssteuer, die bei der Vererbung von Unternehmen anfällt. So bleiben nach der Erbschaftssteuerreform 2008 85% des Unternehmenswertes steuerfrei, wenn der Steuerpflichtige den Betrieb mindestens 15 Jahre weiter betreibt und dabei die Lohnsumme 10 Jahre lang nicht unter 70% der Lohnsumme fällt, die zum Zeitpunkt des Erblassens ausbezahlt wurde.

Noch näher am Bandbreitenmodell liegt der Entschluß von US-Präsident Obama am 28.01.2010, Steuererleichterungen für Unternehmen anzubieten. Einzige Bedingung für das Steuergeschenk: Zusätzliche Arbeitsplätze. Das heißt: Steuersätze werden an die Beschäftigung gekoppelt - ähnlich wie beim Bandbreitenmodell.

8. Wie funktioniert das Konzept konkret?

Die Seite "Kurzversion" bietet einen einfachen Einstieg. Aus Unternehmersicht findet man bei "Bandbreitenmodell aus Unternehmersicht" auf den Seiten 1-11 eine detaillierte Erläuterung der Umsetzung.

Politisch würde es - wie jedes politische Konzept - per Gesetz umgesetzt. Gesetzentwürfe finden Sie hier

9. Ist das Modell kompliziert und schwer umsetzbar?

Nein. Das gesamte Steuerrecht passt auf 3 Seiten. Im Gegenzug entfallen 118 Steuergesetze, 96.000 Steuerverordnungen und ein Berg aus Finanzgerichtsurteilen.

Die Bürger müssen überhaupt nichts mehr über das Steuersystem wissen. Für Bürger gibt es keine Steuererklärungen. Unternehmen geben lediglich einmal monatlich eine Umsatzsteuererklärung ab. Das einzige, was Unternehmen von der Steuer absetzen können, sind Arbeitsplätze, und die einzigen Menschen, die die 3 o.g. Seiten Steuerrecht kennen müssen, sind Geschäftsführer, Vertriebsleiter und Buchhalter. Der Aufwand läge bei jährlich 1 Minute pro Produktgruppe (sofern in ihren Branchen die Umsatzsteuersätze überhaupt nach Produktgruppen differenziert werden). In den Stammdaten der Warenwirtschaftssoftware wird per Mausklick in Sekunden der Umsatzsteuersatz aktualisiert, und das war's. Deshalb kann man das Steuersystem auch binnen 4 Wochen bundesweit gegen das bisherige austauschen. Die steuerrechtliche und steuertechnische Zeitverschwendung entfällt.

Das ganze Konzept ist wie ein Uhrwerk. Auf nur 9 Seiten wird die Funktion des Uhrwerks anhand von leicht nachvollziehbaren Beispielen ausführlich erklärt, so daß es jeder interessierte Laie versteht. Die Prinzipien sind simpel, und für den Benutzer sind die Ergebnisse so einfach abzulesen wie die Uhrzeit.

10. Kann man Unternehmen zwingen, überflüssige Mitarbeiter einzustellen?

Niemand wird gezwungen. Z.B. Toyota kann seine Autos problemlos aus Ungarn importieren. Nur kann Toyota dann auch keine inländischen Arbeitsplatze von der "Unterbeschäftigungssteuer" absetzen und muss seine Autos mit 80% statt 35% Umsatzsteuer verkaufen. Volkswagen, Ford und Opel werden sich über jeden Mitbewerber freuen, der überteuerte Autos anbietet, und dessen Marktanteile übernehmen.

Wie www.bandbreitenmodell.de/unternehmer zeigt, gibt es für Unternehmer kein besseres Wirtschaftssystem als das BBM.

11. Gäbe es dann nur noch deutsche Produkte zu kaufen?

Nein. Jedes ausländische Unternehmen hat einen freien Zugang zum deutschen Markt. Für Unternehmen ist es eine simple Kosten-Nutzenrechnung. Im deutsche Binnenmarkt lag das Marktvolumen (Summe aller umsatzsteuerpflichtigen Umsätze) 2014 bei über 5,7 Billionen € Inlandsumsätzen plus 910 Mrd. € Importe, also 6,6 Billionen €. Damit ist Deutschland nach den USA der zweitattraktivste Absatzmarkt der Welt (Japan ist protektionistisch abgeschottet und daher uninteressant, wachsende angebliche "Zukunftsmärkte" wie China sind ebenfalls hochprotekionistisch und werden zunehmend von inländischen Unternehmen übernommen).

Betrachten wir es wieder aus Sicht eines Automobilherstellers. In Deutschland wurden z.B. 2015 Kraftfahrzeuge im Wert von 128 Mrd. € (netto) verkauft. Preisfrage: Lohnt es sich, zusätzliche Mitarbeiter einzustellen (was alle anderen Wettbewerber auch tun müssen, um wettbewerbsfähig zu sein) und möglichst viel von den 128 Mrd. € Marktvolumen einzusammeln?

Jeder Unternehmensvorstand und Vertriebsleiter wird diese Frage bejahen. Für Hersteller fast aller Branchen rentiert es sich, in Deutschland zu investieren und Fertigungen/Endmontagen in Deutschland aufbauen (selbst bei Produkten, deren Produktion als nicht zurückholbar gilt, wie z.B. Textilien, Möbel, Haushaltsgeräte, Unterhaltungselektronik und Spielwaren).

Zu bedenken ist auch, daß der deutsche Markt weitaus größer werden wird als die heutigen 6,6 Billionen €, weil im Bandbreitenmodell erstens die Zahl der Arbeitsplätze weitaus höher liegt und zweitens die Mindest- und Durchschnittsgehälter drastisch steigen. Diese Kaufkraft setzt wiederum, eine Wertschöpfungskette von Einzelhandel und Dienstleistern über sämtliche Zulieferer in Gang. Warum ein Marktwachstum um rd. 180 % wahrscheinlich ist, zeigen die Berechnungen in den Kapiteln 3.4.7. und 3.6.2. des Buches "Die Geldlawine".

Desweiteren bleibt der Lohnkostenanteil durch den Mehrumsatz und die Abschaffung der Lohnnebenkosten (siehe zweiter Absatz bei Frage 15) in einem niedrigen Rahmen. In personalintensiven Branchen wird er sogar sinken (siehe Frage 15).

12. Würde der Welthandel zurückgehen, sobald andere Länder das System kopieren?

Jein. Der grenzüberschreitende Handel wird erheblich zurückgehen, jedoch durch den nationalen Handel mehr als überkompensiert, weil die Konsumenten in allen Ländern, die die das BBM umsetzen, erheblich mehr Kaufkraft erhalten. Insgesamt würde das Handelsvolumen drastisch steigen. Extrem sinken würde allerdings der Transportverkehr mitsamt allen Belastungen für Umwelt und Verkehrswege. Desweiteren würden alle Nationen, die das Konzept umsetzen, durch die Entflechtung der Weltwirtschaft weitestgehend unabhängig von Krisen anderer Länder. Sogar, wenn z.B. die überschuldete US-Wirtschaft zusammenfiele, hätte das auf Deutschland keine nennensweerten Auswirkungen.

13. Würden die Unternehmen die Belegschaftszahlen aufblasen, indem sie die Arbeit in Minijobs zerlegen?

Im Gegenteil. Es wird keine schlecht bezahlten Minijobs mehr geben, weil es zur Umgehung der Unterbeschäftigungssteuer nur 4 Beschäftigungsmodelle gibt:

  1. maximal 1.200 Jahresstunden Arbeitszeit bei mindestens 40.000 € Jahresgehalt

  2. maximal 600 Jahresstunden Arbeitszeit bei mindestens 32.000 € Jahresgehalt

  3. "abwesende Arbeitnehmer" ("BGE 2.0") mit Null Stunden Arbeit für mindestens 24.000 € jährlich

  4. Auszubildende

Wenn auch nur ein einziger Angestellter 1 Stunde mehr als erlaubt arbeitet, entfallen alle Steuervorteile das gesamte Unternehmen. Das könnte sich kein Unternehmen leisten.

14. Warum nur maximal 1.200 Stunden Jahresarbeitszeit? Was ist z.B. mit unentbehrlichen Mitarbeitern?

"Die Friedhöfe in aller Welt sind voller unersetzlicher Menschen" sagte einst Charles de Gaulle. Soll heißen: Es gibt keine unersetzlichen Menschen.

Die Arbeitgeber werden motiviert, produktionstechnisch überflüssige Arbeitnehmer nicht nur als Ballast auf den Gehaltslisten mitzuschleppen und in sinnlosen Pseudo-Jobs versauern zu lassen. Stattdessen liegt es nun im Interesse der Arbeitgeber, sich aus der Abhängigkeit von wenigen Leistungsträgern zu befreien, indem sie möglichst vielen Mitarbeitern möglichst brauchbare Weiterbildungs-Qualifikationen ermöglichen.

Aus Arbeitnehmersicht hat die Regelung u.a. folgende Konsequenzen: Hochgefragte Spezialisten könnten z.B. 20 Wochen lang 60-Stundenwochen durchziehen - dann sind die 1.200 Stunden voll, und sie haben 32 Wochen (!) bezahlten Urlaub.

Eine weitere Konsequenz sind "umgekehrte Sickereffekte". Sozusagen als Umkehr des nach unten gesickerten taxifahrenden Akademikers erreichen nun sehr viele Arbeitnehmer Arbeitsplätze, die bisher unerreichbar waren. Insgesamt bedeutet die Regelung, daß die dramatisch verkürzte (und dank Rationalisierung immer weiter sinkende) Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich möglichst gleichmäßig verteilt wird. Streß wird minimiert, niemand arbeitet mehr als 30 Wochenstunden (bei 12 Wochen Jahresurlaub), und das Wichtigste tritt in den Vordergrund: Das Privatleben.

Natürlich könnte man auch die Arbeitszeit-Begrenzungen je nach Branche spezifizieren.

Wichtig: Die Arbeitszeitbegrenzung gilt nur für Arbeitnehmer. Unternehmens-Eigentümer (ab einer Beteiligung von z.B. 2%) können beliebig lange arbeiten, ohne die Arbeitsplatzprämien zu gefährden.

15. Der Arbeitsmarkt dreht sich also um 180° in ein Arbeitnehmer-Paradies?

Ja. Arbeitgeber werden die Arbeitnehmer umwerben müssen - und seien sie noch so unqualifiziert oder unflexibel. Dieser Wettbewerb findet hauptsächlich über die Gehälter statt. Ein Jahresgehalt von 40.000 € ist die absolute Untergrenze. Die Durchschnittsgehälter werden deutlich darüber liegen. Statt wie bisher lediglich Gehälter zu zahlen, die knapp über der Motivationsgrenze der Arbeitnehmer liegen, um nicht zu Hause zu bleiben oder woanders zu arbeiten, werden sich die Gehälter künftig an der Obergrenze dessen bewegen, was der Lohnkostenanteil an den erzielbaren Produktpreisen hergibt.

Desweiteren werden die Arbeitsbedingungen in bisher unvorstellbarem Ausmaß an die Arbeitnehmer angepaßt. Nun ist es an den Arbeitgebern, Flexibilität zu zeigen hinsichtlich Arbeitszeiten, Kinderbetreuung, Betriebsklima, usw. Altersdiskriminierung und Mobbing kann sich kein Unternehmen mehr leisten. Stattdessen wird es seine Mitarbeiter an sich binden müssen, da die Gewinnung neuer Mitarbeiter in einem leergefegten Arbeitsmarkt weitaus schwieriger und teurer ist.

Alle Unternehmen, die in Deutschland etwas verkaufen wollen, werden weniger Mitarbeiter beschäftigen, als sie sich leisten können, aber mehr, als sie benötigen. www.bandbreitenmodell.de/unternehmer zeigt, warum das BBM u.a. gerade deswegen auch ein Unternehmer-Paradies ist.

16. Wie kann man einen Arbeitnehmermangel vermeiden? Gibt es Stellschrauben?

Das Bandbreitenmodell kann fein justiert und durch seine Stellschrauben sehr schnell an neue Ziele und Situationen angepasst werden. Die Stellschrauben sind:

  1. die Untergrenze der Umsatzsteuer,

  2. deren Obergrenze,

  3. die Staffelung der Unterbeschäftigungssteuer

  4. die Gehaltsvoraussetzungen (siehe Frage 10),

  5. die Arbeitszeitvoraussetzungen (siehe Frage 10),

  6. die Differenzierung nach Produktgruppen oder sogar einzelnen Produkten (was aber eine seltene Ausnahme bleiben wird) und

  7. (optional) die Gestaltung einer "Vorproduktumsatzsteuer", um zu verhindern, daß Lieferantenketten verkürzt werden, um Steuern zu sparen (als Ersatz für den abgeschafften Vorsteuerabzug der MwSt.). Eine Erläuterung der Vorproduktumsatzsteuer finden Sie hier.

Das Ziel muss jedes Wirtschaftssystems muss sein, auf dem Arbeitsmarkt immer einen leichten Unterdruck zugunsten der Arbeitnehmer zu erhalten, ohne die Arbeitgeber zu überfordern. Diese Gefahr besteht im Bandbreitenmodell bei weitem nicht. Selbst bei 45 Mio. Arbeitnehmern und einem Durchschnittsjahresgehalt von 50.000 € netto würden die Lohnkosten von heute 53% auf 38% des Umsatzes sinken (siehe "Bandbreitenmodell aus Unternehmersicht", seite 6), weil die zusätzliche Kaufkraft zu zusätzlichem Umsatz wird und die Lohnkosten überkompensiert.

17. Wie kann man hohe Gehälter in Branchen zahlen, deren Preisniveau zu gering ist?

Bei Niedriglöhnen ist zunächst nach der Preisempfindlichkeit der Kundengruppen zu unterscheiden. Unternehmen können höhere Preise für bisherige Billig-Arbeit meist leicht in der Gesamtkalkulation unterbringen, sofern alle anderen Unternehmen der gleichen Branche dies auch tun m�ssen. Diese Gleichbehandlung ist beim Bandbreitenmodell garantiert. Am preisempfindlichsten sind Privatkunden bei privaten Dienstleistungen. Wenn man in einer preisempfindlichen Niedriglohnbranche deutsche Arbeitnehmer (oder Menschen mit deutscher Arbeitserlaubnis) beschäftigen will, sind 2 Aufgaben zu lösen:

Erstens sind Preise, mit denen hohe Gehälter finanziert werden können, oft nicht durchsetzbar. Nehmen wir als Extrembeispiel für Niedriglöhne das Friseurhandwerk. Friseurgesellen verdienen 2007 durchschnittlich rd. 1.400 ,e brutto und kosten den Arbeitgeber (incl. Lohnnebenkosten) 1.698 € monatlich. Netto kommen nur 981 e beim Friseurgesellen an (siehe Gehaltsrechner unter sueddeutsche.de). Der Arbeitgeber muss also monatlich pro Gesellen 1.698 € zzgl. Deckungsbeitrag für sonstige Kosten (Miete, Material, etc.) und Gewinn erwirtschaften. Durch das Bandbreitenmodell verdient jeder Vollzeitarbeitnehmer nun mindestens 40.000 € jährlich (siehe Frage 10), also 3.333 € monatlich (brutto = netto, incl. privater Rentensparsumme, siehe Frage 16) und kostet seinen Arbeitgeber auch nicht mehr als sein Nettogehalt.

Wie kann man doppelt so hohe Lohnkosten erwirtschaften? Entweder (da Miete und andere Fixkosten gleich bleiben) durch ca. 70-80% höhere Preise (was nur selten durchsetzbar wäre). Oder man muß Niedrigpreis-Arbeit subventionieren. Subventionen sind nicht grundsätzlich schlecht. Es kommt immer darauf an, was und wie man subventioniert (Bildung, Kinderbetreuung, etc.). Im Bandbreitenmodell werden ohnehin alle Arbeitsplätze subventioniert. Niedrigpreis-Arbeit kann man subventionieren, indem man Privatkunden-Umsätze in Branchen wie dem Friseurhandwerk (oder auch z.B. bei der Gebäudereinigung) überhaupt nicht besteuert und das Bandbreitenmodell überhaupt nicht anwendet. Dann könnten die Preise für Billig-Dienstleistungen im Vergleich zu heute sogar erheblich sinken (Steuerfreiheit, keine Lohnnebenkosten mehr). Aber selbst das würde das Problem nicht lösen, denn nun kommt die 2. o.g. Aufgabe hinzu:

(Potentielle) Friseurgesellen, Reinigungskräfte etc. werden sich fragen: "Warum soll ich dort für 1.400 € netto arbeiten, wenn ich in anderen Branchen (zu denen nun jeder viel leichter Zugang bekommt) mehr als das Doppelte verdienen kann?" Infolgedessen würde man keine inländischen Arbeitnehmer mehr für Billig-Dienstleistungen finden. Die 2. Aufgabe ist also, Billig-Dienstleistungen aus Arbeitgebersicht konkurrenzfähig gegenüber anderen Branchen zu halten. Dies erreicht man durch ein Kombi-Modell. Arbeitnehmer X läßt sich als "abwesender Arbeitnehmer" (siehe Frage 10) auf die Gehaltsliste eines beliebigen anderen Unternehmens Y setzen und erhält von Y 2.000 €. Der Billig-Dienstleistungs-Arbeitgeber Z zahlt ihm gleichzeitig 1.500 €. Arbeitnehmer X erhält also 3.500 €, Unternehmen Y setzt X von der Umsatzsteuer ab und Arbeitgeber Z hat einen Arbeitnehmer, der 3.500 € verdient und ihn nur 1.500 € kostet.

Hinzu kommt: Die Kaufkraft der einzelnen Privatkunden steigt um über 60%. Die Zahl der gut bezahlten Erwerbstätigen steigt auf mindestens 45 Mio. Konsumenten. Die Gesamtkaufkraft der Privatkunden (Gehälter, Renten und Selbständigeneinkommen) steigt um ca. 1,7 Billionen €. Deshalb werden sämtliche Dienstleistungen viel öfter in Anspruch genommen. Um beim Beispiel Friseurhandwerk zu bleiben: Statt alle 10 Wochen geht man z.B. alle 4 Wochen zum Friseur und kann es sich leisten, bei jedem Besuch wesentlich mehr Geld für umfangreichere Leistungen auszugeben.

18. Steigen durch die höhere Umsatzsteuer und die zusätzlichen Mitarbeiter die Preise?

Hinter dieser Frage steht meist der Wunsch, daß alles möglichst billig sein soll, aber: Für zu niedrige Preise müssen wir einen zu hohen Preis zahlen - Massenarbeitslosigkeit und Niedriglöhne. Je niedriger die Preise sind, desto geringer ist der Spielraum für Löhne. Wir befinden uns in einer Abwärtsspirale. Im Kampf um die sinkende Kaufkraft der breiten Masse der Bevölkerung sind die meisten Unternehmen gezwungen, so billig wie möglich zu sein. Dazu müssen sie ihre Kosten senken - vor allem die Lohnkosten. Mit sinkenden Löhnen sinkt die Kaufkraft noch weiter, die Preise müssen weiter sinken, und die Lohnkosten müssen noch weiter sinken, usw.

In der Automobilindustrie liegt der Lohnkostenanteil bei rd. 15% des Umsatzes, bei den Lebensmitteldiscountern bei nur 6,9%. Von 100 € Umsatz gehen nur 6,90 € an Arbeitnehmer - brutto. Das ist absurd wenig. Kein Wunder, daß in solchen Branchen niemand von seinem Einkommen wirklich leben kann.

Zu niedrige Preise verhindern Wohlstand. Mit dem Bandbreitenmodell verschaffen wir uns den Spielraum für eine Beteiligung der Arbeitnehmerlöhne am Umsatz (Lohnquote) von mindestens 32%, wahrscheinlich 40% (siehe Frage 20). Das ist für kein Unternehmen ein Problem, da für alle Unternehmen der gleichen Branche (incl. der Importeure) die gleichen Bedingungen gelten (Mindestlöhne, Arbeitszeiten, Umsatzsteuersätze), die Gehälter durch die Umsätze finanziert werden und die Umsatzsteuer erst nach Zahlungseingang der Kunden an das Finanzamt überwiesen werden muss.

Welche Wirkung hat das Bandbreitenmodell nun auf die Preise? Dazu muss man grundsätzlich fragen: Warum sind Preise für ein und dasselbe Produkt in verschiedenen Märkten/Ländern unterschiedlich teuer? Weil Anbieter in jedem Markt nehmen, was der Markt hergibt. Aus diesem Grund sind praktisch alle Konsumgüter in der Schweiz teurer als in Deutschland, Mieten in München höher als in Berlin und Benzin vor Ferienbeginn immer teurer als nach den Ferien. Warum sind identische Güter in der 3. Welt billiger als in den Industrienationen? Warum kostet ein Liter Diesel in Deutschland 18 Cent mehr als er es müßte? Warum kostet ein VW Passat in Deutschland rd. 25.000 €, in den USA aber nur rd. 15.000 €? Weil der Markt dort keine höheren Preise hergibt.

Mit dem Bandbreitenmodell gibt einerseits die Kaufkraft höhere Preise her. Andererseits verbessert sich die Kalkulationsgrundlage der Unternehmen (vor allem bei Dienstleistungen) u.a. aufgrund der steuerfreien Gewinne, der abgeschafften Lohnnebenkosten und der weitaus höheren Umsätze so sehr, daß (in einem kompetitiven Markt wie dem deutschen) trotz einer höheren Umsatzsteuer und zusätzlicher Mitarbeiter die Preise gleich bleiben können (siehe auch Beispiel in Excel-Tabelle "Preiskalkulation BBM vs. heute, mittelständischer Fertigungsbetrieb". Exportprodukte können sogar um 38% billiger angeboten werden.

Bei Billigprodukten werden die Preise erheblich steigen (was auch beabsichtigt ist, siehe oben), bei teuren Produkten weniger. Wie auch immer die Preise steigen sollten, liegt es in jedem Fall in erheblich unter den Gehaltssteigerungen. Relevant sind im übrigen nicht die Preise, sondern die gesamten Lebenshaltungskosten, also auch Miete, Energie, Müllgebühren, Wasserpreise und weitere Kostenfaktoren, deren Preise zu einem erheblichen Teil von der Politik gesenkt werden können.

Vergleichen Sie das BBM mit der Gegenwart: Seit 1995 stagnieren die Löhne. Siehe auch z.B. "Bei 70 Prozent kommt das Wirtschaftswachstum nicht an". Entscheidend ist bei Preisen und Lebenshaltungskosten nur der Maßstab, den wir aus Geschichtsbüchern kennen: Wie lange muss man für 1 Kilo Brot, ein Auto oder eine Monatsmiete arbeiten? Diese Zeit sinkt im Bandbreitenmodell drastisch, weil die Gehälter stärker steigen als die Preise / Lebenshaltungskosten. Was ist besser für die Menschen? 4,5% sinkende Einkommen bei 16,8% Preissteigerung (wie im heutigen System)? Oder 200% steigende Einkommen bei 20% Preissteigerung? Der Wohlstand steigt also in jedem Fall. Das BBM ist der bisher einzig mögliche Ausstieg aus der Abwärtsspirale von Einkommen und Kaufkraft.

Zudem ermöglicht das BBM die Installation von "Inflations-Bekämpfungs-Unternehmen" (IBU), die dafür sorgen, daß in jeder Branchen die Preise so hoch wie nötig und so niedrig wie möglich bleiben.

19. Kumulieren die Umsatzprovisionen zu einem sehr hohen Steuersatz?

Nur wenige Menschen sind geistig unbeweglicher als Steuer-"Experten". Denn sie verteidigen ein System, das ineffizient, unverständlich und ungerecht ist und von internationalen Konzernen und kreativen Experten umgangen werden kann. Für ganz kreativ halten sich diejenigen, die an diesem System einige Schräubchen nach links oder rechts drehen wollen. Wenn Sie solchen Leuten vom Steuersystem des BBM erzählen, werden sie erst einmal abblocken. Teils mit der Argumentation "das haben wir immer schon so gemacht", also der Realsatire des berühmten Affen-Experiments.

Prof. Bernd Lucke (der als Marktradikaler ein denkbar ungeeigneter Adressat für das BBM ist) wirde auf das BBM angesprochen, suchte einen Haken und glaubte einen gefunden zu haben: Die Umsatzprovision des BBM sei eine so genannte "Allphasen-Brutto-Umsatzsteuer". Der Nachteil sei, daß die Umsatzprovisionen zu sehr hohen Preisen kumulieren würden. Der Wikipedia-Artikel zeigt allerdings unter "Nachteile", daß die Allphasen-Brutto-Umsatzsteuer zwar kumuliert - aber nicht zu 100%, sondern nur in Höhe der zugekauften besteuerten Vorleistungen. Das Wikipedia-Beispiel kommt bei einem Brutto-Verkaufspreis von 364 € und einer Allphasen-Brutto-Umsatzsteuer von 10% auf 64 € kumulierte Umsatzsteuer bei einem Verkaufspreis von 300 €. Aus einem Umsatzsteuersatz von 10% würden kumuliert 21%. Dieser ohnehin niedrige Gesamtwert betrifft das Bandbreitenmodell allerdings nicht, denn wie die Produktkalkulation in der Excel-Tabelle "Preiskalkulation BBM vs. heute, mittelständischer Fertigungsbetrieb" vorrechnet, entfallen bzw. sinken so viele andere Kosten, daß sich die Gesamtkalkulation ändert und die Preise gar nicht steigen müssten.

Übrigens kumulieren heute alle Steuern und sonstogen Kosten. Wenn jedes Unternehmen Handelsvertretern Provisionen zahlt (und nichts anderes sind die Umsatzprovisionen des Bandbreitenmodells), kumulieren die Handelsvertreter-Provisionen. Problem? Keins. Auch die Körperschaftssteuer ist Bestandteil der Preiskalkulation jedes Produktpreises. Also kumuliert sie mit jedem Umsatz. Auch die Einkommensteuer der Angestellten ist ein Bestandteil der Lohnkosten, die wiederum Bestandteil der Produktkalkulation sind. Auch Lohnkosten kumulieren. Auch Energiekosten, Flächenkosten, Zinskosten etc. kumulieren. Alle Kosten kumulieren im Preis der Produkte der Endverbraucher. Das ist offensichtlich grundsätzlich kein Problem, so lange das Endprodukt für Konsumenten bezahlbar bleibt. Und schließlich sorgen im BBM "Inflations-Bekämpfungs-Unternehmen" (IBU) dafür, daß die Anbieter nicht nehmen, was sie kriegen können.

20. Kann man das heutige Steuer- und Sozialversicherungssystem beibehalten?

Das alte, ineffiziente, unverständliche, leistungsfeindliche und ungerechte Steuersystem könnte man beibehalten. Aber wozu? Es ist schädlich, Arbeit zu besteuern, weil sie das nur unnötig verteuert. Sinnlos ist auch die Besteuerung von Gewinnen, weil sich diese im internationalen Wettbewerb um die niedrigsten Unternehmenssteuern leicht umgehen lassen. Siehe "Steuertricks der Konzerne". Sinnvoll sind allein Umsatzprovisionen.

Das heutige Gesundheitssystem ist ebenfalls durch und durch fehlkonstruiert. Warum sollte man es so lassen, wie es ist? Unser alternatives Gesundheitssystems hat ausschließlich Vorteile.

Es ist auch nicht sinnvoll, unser fehlkonstruiertes Rentensystem beizubehalten. Wenn 28 Mio. Beitragszahler 21,5 Mio. Rentner finanzieren nüssen, führt das zu niedrigen Renten bei hohen Abgaben. Laut Rentenversicherungsbericht 2014 des Deutschen Bundestags (Drucksache 18/3260, Anlage 5, Seite 64) erhielten die Rentner in Deutschland 2013 durchschnittlich 854,84 € Rente, Rentnerinnen sogar nur 747,16 € monatlich. 2015 lag die tatsächliche Durchschnittsrente bei rd. 885 € (siehe "Armut in Deutschland". Auch wenn zusätzlich 1-2 Mio. Selbständige einzahlen würden (und gleichzeitig Änsprüche hätten) und es keine Beitragsbemessungsgrenze gäbe, reicht das nicht im Entferntesten für hohe Renten.

Im Rentensystem des BBM erhalten alle heutigen und baldigen Rentner eine Mindestrente von monatlich 2.000 € netto pro Person. Heute höhere Renten (die ohnehin so gut wie niemand hat) bleiben gleich hoch. Die 2006 eingeführte Besteuerung von Renten kann wieder abgeschafft werden.

21. Werden Innovationen und Automation durch das Bandbreitenmodell aufgehalten?

Im Gegenteil. Zunächst einmal muss man Innovationen und Automation unterscheiden. Die Automation bezieht sich auf Produktionsprozesse, während sich Innovationen auf Produkte beziehen.

Die Automation bekommt neue Ziele. Statt menschliche Arbeitskraft aus Kostengründen zu ersetzen und die menschenlose Vollautomation anzustreben, wird die Arbeitswelt immer ergonomischer werden müssen, weil die Arbeitnehmer die Auswahl zwischen unterschiedlich anstrengenden, gesundheitsgefährdenden und stupiden Tätigkeiten haben. Weiterhin wird die Automation unverzichtbar sein, um kleine/präzise/massenhafte Produkte überhaupt herstellen zu können. Auch aus Kundensicht ist Automation unverzichtbar, sofern sie für immer mehr Komfort sorgt.

Innovationen erfolgen fast ausschließlich aus betriebswirtschaftlichen Motiven: Wer die Kaufkraft potentieller Kunden in eigene Umsätze umwandeln will, muss neue bzw. immer bessere Produkte anbieten. Da das Bandbreitenmodell die Kaufkraft extrem steigert, werden die Innovationen ebenso extrem angetrieben.

22. Warum ist das Bandbreitenmodell weder kapitalistisch noch sozialistisch?

Es ist nicht ganz kapitalistisch, weil nicht die Vermehrung von Kapital, sondern die Mehrung des Wohlstands aller Menschen das Ziel ist. Es ist nicht sozialistisch, weil mit dem BBM:

  • keine Planwirtschaft existiert. Die Unternehmen können produzieren und verkaufen was sie wollen, wie sie wollen, wo sie wollen, wann sie wollen, mit wem sie wollen, so viel sie wollen, zu selbst festgelegten Nettopreisen und zu gleichen Bedingungen innerhalb jeder Branche.

  • nicht im sozialistischen Sinne bzw. im Nachhinein umverteilt wird. Alle Menschen haben zwar ein hohes Mindesteinkommen, aber es entsteht nicht durch Enteignung der Reichen, sondern durch eine faire Beteiligung der Arbeitnehmer an der eigenen Wertschöpfung.

  • die Ungleichheit hinsichtlich der Einkommen und Vermögen der Menschen zwar erheblich verringert, aber nicht beseitigt wird (ein akzeptables Maß Ungleichheit ist aus psychologischen Gründen bzw. zu Motivationszwecken unumgänglich).

  • keine Zwangs- oder Vollbeschäftigung verordnet wird. Wer arbeiten will, findet im BBM eine gut bezahlte Arbeit mit guten Arbeitsbedingungen. Wer nicht arbeiten will, muss das nicht tun. Alle Bürger haben die Wahl, ob sie als Steuersparmodell ein "BGE 2.0" beziehen möchten, ob sie sich als Auszubildende anstellen lassen wollen oder ob sie in Teilzeit oder Vollzeit arbeiten und erheblich mehr Geld verdienen wollen. Das BBM bedeutet die totale Entscheidungsfreiheit der Arbeitnehmer, die durch das Überangebot an Arbeitsplätzen den Arbeitgebern sagen können: "Sie dürfen mich nur dann auf Ihre Gehaltsliste setzen, wenn Sie mir das Einkommensmodell bieten, das ich wünsche." Das BBM bedeutet also nicht zwangsläufig Arbeit für alle, sondern Einkommen für alle.

  • das Privateigentum der Menschen nicht berührt wird. Einzige Ausnahme ist die Beschränkung von Vermögen Einkommen auf 30 Mio. €, was keine Unternehmen gefährdet.

Sozial-"istisch" ist es allenfalls im Sinne von sozialer Gerechtigkeit und einer erheblichen Verbesserung der Chancengleichheit.

Warum Sozialismus/Kommunismus (im Unterschied zum Bandbreitenmodell) eine Utopie für Narren ist, lesen Sie unter bandbreitenmodell.de/kommunismus.

Ein passender Begriff wäre die "dressierte soziale Marktwirtschaft". Verfechter einer wettbewerbsintensiven Marktwirtschaft werden rätseln, ob sie sich über einen weiteren Wettbewerbsfaktor freuen sollen: Für die Unternehmen kommt zum Wettbewerb um die meisten Kunden/Umsätze, die besten Produkte, die niedrigsten Kosten, die besten Standorte und die besten Mitarbeiter 1 Wettbewerbsfaktor hinzu - der Wettbewerb um ausreichend viele Mitarbeiter.

23. Wie hoch ist die Lohnquote heute und im Vergleich dazu im Bandbreitenmodell?

Das Statistische Bundesamt nennt in seiner volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung für 2007 "Arbeitnehmerentgelte" von 1.184 Mrd. €. 2007 lagen die Sozialversicherungsbeiträge bei 476 Mrd. €. Davon zahlen Arbeitgeber und Arbeitnehmer je die Hälfte. Die Gesamtsumme aller Nettogehälter liegt also bei 946 Mrd. €, während die Arbeitgeber Bruttolohnkosten von 1.422 Mrd. € zu tragen hatten.

In Pressemitteilung Nr. 105/2009 nennt das Statistische Bundesamt (und das Bundesfinanzministerium) für 2007 umsatzsteuerpflichtige Umsätze von Unternehmen in Deutschland in Höhe von 5.148 Mrd. €.

Bezogen auf die umsatzsteuerpflichtigen Umsätze liegt die Lohnquote (Lohnkostenanteil am Umsatz) heute also bei durchschnittlich rd. 28%.

Die Präsentation "Bandbreitenmodell aus Unternehmersicht" zeigt auf Seite 6, daß das BBM eine Lohnquote von durchschnittlich ca. 35% des Umsatzes. bedeutet. Das ist in fast keiner Branche zu viel (Ausnahme: z.B. Großhandel, siehe "Bandbreitenmodell aus Unternehmersicht" Seite 13ff).

Zudem vertritt das Bandbreitenmodell die Philosophie, daß die Wirtschaft zum Wohl der Menschen da ist - und nicht umgekehrt (wie heute). Die Lohnquote sollte also nicht unmöglich hoch, aber so hoch wie möglich sein.

24. Gäbe es noch einen Sozialstaat?

Selbstverständlich. Die Fragen 16 und 17 zeigen, daß Krankenversicherung (incl. Pflegeversicherung) und Rentensystem weiterhin existieren. Sie werden nur anders finanziert (siehe oben), während die Leistungen erheblich steigen.

Auch die Arbeitsagenturen werden weiter existieren. Das Einzige, was sich für sie ändert, ist die Umkehr von Angebot und Nachfrage. Das heißt: Statt Millionen von Arbeitsuchenden und wenigen bescheidenen Stellen bringen sie wenige Arbeitsuchende und Millionen offene Stellen zusammen. Die Arbeitsvermittlung l�uft wie eine Art von Versteigerung. Welcher Arbeitgeber bietet die höchsten Löhne, die flexibelsten Arbeitszeiten, den meisten Urlaub, die kürzesten Wege, die beste Kinderbetreuung, usw.? Arbeitsvermittler zu sein ist im BBM ein äußerst einfacher und dankbarer Job.

Der Sozialstaat arbeitet heute in völlig unzureichender Weise an den Symptomen sozialer Notlagen. Das BBM beseitigt die Ursachen und verhindert, daß soziale Notlagen überhaupt entstehen.

25. Was bedeutet der Name "Bandbreitenmodell"?

Im Bandbreitenmodell dient eine Steuer als Anreizsystem: Die Unterbeschäftigungssteuer. Der Satz dieser Steuer bewegt sich in einer Bandbreite von Null bis mehreren hundert Prozent, siehe "Kurzversion".

26. Warum heißt das zugrunde liegende Buch "Die Geldlawine"?

Weil genau das der Effekt des Bandbreitenmodells ist: Es löst buchstäblich eine Lawine aus Geld aus:

  1. Unternehmen stellen mehr Menschen zu höheren Gehältern ein.

  2. Alle Arbeitnehmer erhalten ihr Bruttogehalt als Nettogehalt (weder Sozialabgaben noch Steuern).

  3. Alle Gewinne sind steuerfrei.

  4. Rentner erhalten mehr als doppelt so hohe Renten.

  5. 1.-4. bedeuten: Viel mehr Kaufkraft

  6. Viel mehr Kaufkraft bedeutet: Viel höhere Umsätze der Unternehmen

  7. Viel höhere Umsätze bedeuten: Viel höhere Umsatzsteuereinnahmen

  8. 1.-7. bedeuten: Andere Nationen wollen, müssen und werden das Bandbreitenmodell ebenfalls umsetzen.

Das Inhaltsverzeichnis des Buches finden Sie "hier, bestellbar ist es "beim Verlag und in jeder guten Buchhandlung.

27. Wer trägt die Kosten des Bandbreitenmodells?

„Es ist nicht der Unternehmer, der die Löhne zahlt - er übergibt nur das Geld. Es ist das Produkt, das die Löhne zahlt." (Henry Ford)

Das Bandbreitenmodell kostet nichts. Es sorgt nur dafür, daß mehr Geld zirkuliert, und daß dieses Geld besser verteilt fließt als heute.

Die Unternehmen zahlen zwar die Gehälter der Arbeitnehmer aus. Finanziert werden die Gehälter aber nicht durch die Unternehmen, sondern durch die Produktverkäufe - wie heute auch (siehe Zitat von Henry Ford).

Das Bandbreitenmodell finanziert sich zu 100% durch den Konsum - so, wie auch das heutige System zu 100% durch den Konsum finanziert wird.

28. Wäre die EU mit dem Bandbreitenmodell einverstanden?

Das ist gleichgültig. Aber wenn die Entscheider in der EU die Interessen der Bürger vertreten würde: Ja. Denn bisher erreichen sie ihre Ziele nicht. Das liegt zum Einen daran, daß viele von ihnen der auseinanderreißenden Schere zwischen Arm und Reich ratlos und gleichgültig gegenüber stehen. Und zum Anderen daran, daß andere Entscheider in der EU die Interessen der Oberschicht verfolgen.

Ein grundsätzliches Problem für die EU wäre, daß das BBM nur regional funktioniert: Wer Deutschen etwas verkaufen will, muss auch entsprechend viele Deutsche beschäftigen, wer Franzosen etwas verkaufen will, muss Franzosen beschäftigen, dto. mit Italienern, Polen, Spaniern, Briten, Dänen, Niederländern, Rumänen, Griechen, Portugiesen, Belgiern, usw.

Bürgern in Frankreich nutzt es nichts bzw. schadet es insgesamt sogar, daß Peugeots für den französischen Markt in der Slowakei produziert werden. Es ist auch per Saldo schädlich für Bürger aus Deutschland, wenn Autoreifen für den deutschen Markt in Rumänien produziert werden.

Wie sehr das Thema "Exporte" überschätzt und die damit verbundenen Nachteile unterschätzt werden, lesen Sie unter Kapitel 1.3.11. des Buches "Die Geldlawine": "Exporte lösen keine Probleme und schaffen Abhängigkeiten".

Ein Kritikpunkt der EU wird die Abschaffung der Gewinnbesteuerung sein. Diese Kritik ist doppelt interessant. Erstens, weil die Besteuerung von Gewinnen völlig sinnlos ist (siehe Kapitel 3.1.2. des Buches die Geldlawine": "Schmarotzer und abgenagte Knochen"). Zweitens, weil in der EU ein Unterbietungswettbewerb der Nationen um die niedrigste Gewinnbesteuerung herrscht. Volkswirtschaften wie Irland, Estland, Lettland, Slowakei und Ungarn basieren auf der unfairen Unterbietung der Hochsteuerländer.

Und schlißlich: Wenn die EU sich einer Lösung in den Weg stellt, mit der man Arbeitslosigkeit, Niedriglöhne, Rentenkollaps, Staatsbankrotte, das Zinsproblem, den ewigen Wachstumszwang und vieles mehr beseitigen kann, verliert die EU die ohnehin geringe Untertützung ihrer Bürger und ihre ohnehin schwache Legitimation. Und Druckmittel gegenüber ihren Mitgliedsländern besitzt sie auch nicht, wie man sieht. Siehe auch Kapitekl 7.2. des Buches "Die Geldlawine": "EU - Ballast oder Chance?".

Das sinnvollste, was die EU tun kann, ist das Bandbreitenmodell in allen EU-Ländern einzuführen.

29. Warum gibt es im Bandbreitenmodell keine Einkommensteuer?

Die Besteuerung von Einkommen ist demotivierend für Arbeitnehmer, vermindert ihre Kaufkraft, verteuert den Faktor Arbeit und erzielt nur unzureichende Einnahmen fïür die öffentlichen Haushalte. Im BBM ist die Einkommensteuer überflüssig. Zur Finanzierung der öffentlichen Haushalte sind die Umsatzprovisionen mehr als ausreichend.

Darin sehen manche ein Gerechtigkeitsproblem. Sind nicht viele Managereinkommen unanständig hoch? Ja, das sind sie. Und je weiter die Steuern auf die Managereinkommen erhöht werden, desto weiter erhöhen sie ihr eigenes Bruttogehalt, so daß am Ende immer noch ein viel zu hohes Einkommen steht und das Unternehmen zusätzlich belastet wird. In unserer globalisierten Welt lässt sich jedes nationale Steuerrecht nicht nur bei Gewinnen, sondern auch bei Einkommen leicht umgehen. Dann fließen die Boni halt von ausländischen Firmenkonten auf ausländische Managerkonten. Das Gerechtigkeitsproblem wird also nicht gelöst.

Dennoch: Aus Gerechtigkeitsgründen sind auch wir für eine Begrenzung von Managergehältern. Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten. Man kann sie deckeln auf einen Betrag X. Oder man kann sie mit einem Faktor Y an andere Gehälter koppeln (z.B. das 30-fache des niedrigsten Einkommensbeziehers in sämtlichen inländischen Tochtergesellschaften, bei Outsourcing-Dienstleistern, etc.). Oder man kann Gehälter oberhalb eines Freibetrags Z besteuern mit jedem Prozentsatz, den man will.

Wir erinnern bei dieser Gelegenheit daran, daß unser Konzept eine Vorlage für politische Parteien ist. Wenn eine Partei A hohe Einkommen besteuern will: Gut. Wenn eine Partei B Einkommen nicht besteuern will: Auch gut. Und wenn eine Partei C lieber Vermögen als Einkommen ernsthaft besteuern will: Noch besser - denn in zu hohen Vermögen liegt das weitaus größere Problem.

Was sind schon 20 Mio. € Jahreseinkommen gegen 20 Mrd. € Vermögen, mit denen man die Umverteilung von Arm nach Reich antreiben und politischen Einfluss kaufen kann? Wer alle Gerechtigkeits-, Korruptions- und Umverteilungsprobleme lösen will, die hohe Vermögen mit sich bringen, muss auch dort ansetzen - bei Vermögensbeschränkungen.

Daß man alle alten Steuern beibehalten könnte, zeigt die Seite "Steuergestaltung". Parteien sind frei, beliebige Steuern in ihrem Programm anzubieten. Wir merken lediglich an, daß durch das System der Umsatzprovisionen mehr als genug Einnahmen generiert werden.

30. Ist das Bandbreitenmodell nationalistisch?

Nein. Es ist regional. Das heißt: Wer in einer Region X Geschäfte machen will, muss auch in Region X ausreichend viele anständig bezahlte Menschen beschäftigen, um die "Unterbeschäftigungssteuer" zu vermeiden.

In mittelgroßen Ländern wie Deutschland, Frankreich, Spanien, Großbritannien, Japan oder Italien wird diese Region gleichzeitig ein Land sein. Das bedeutet dann: Wer in Deutschland, Frankreich, Spanien, Großbritannien, Japan oder Italien Geschäfte machen will, muss Deutsche, Franzosen, Spanier, Briten, Japaner oder Italiener in ihren jeweiligen Ländern beschäftigen.

Das das BBM soll allen Menschen nutzen. Dieses Ziel erreicht es nur eingeschränkt, wenn die Region zu groß ist. Zu groß sind Regionen wie die EU, die USA oder China. Es bringt z.B. den Franzosen, Niederländern, Deutschen oder Briten nichts, wenn sie nur als Kunden gebraucht werden, aber die EU-Arbeitsplätze des BBM in Rumänien oder Bulgarien liegen. Es bringt Amerikanern in Alabama nichts, wenn die Arbeitsplätze des BBM in Kalifornien oder New York von der "Unterbeschäftigungssteuer" abgesetzt werden. Für die USA liegt eine Lösung in der Aufteilung in 4 "Arbeitsmarktregionen" mit jeweils rd. 80 Mio Konsumenten: Nordwest, Südwest, Nordost, Südost.

In zu kleinen Ländern (genauer gesagt: Binnenmärkten) funktioniert das BBM nicht, weil mit der geringen Größe auch die Motivation internationaler Unternehmen zu gering ist, um die Bedingungen zu erfüllen. "Wer in Luxemburg Geschäfte machen will, muss auch ausreichend viele anständig bezahlte Luxemburger beschäftigen" lässt die Unternehmen kalt. Daher macht es Sinn, sich zu "Arbeitsmarktregionen" zusammen zu schließen, z.B. zu Benelux. Auch die Skandinavier könnten sich zusammen schließen zu einer Arbeitsmarktregion / BBM-Region. Spanier und Portugiesen könnten sich zusammen schließen. Andererseits sind fast alle dieser Länder auch allein groß genug für das BBM.

31. Was ist die Mindestgröße einer Region, damit das Bandbreitenmodell funktioniert?

Kurz gesagt: Der Binnenmarkt muss für ausreichend viele Unternehmen so attraktiv sein, daß sie bereit sind, die Beschäftigungsbedingungen des BBM zu erfüllen.

Der entscheidende Faktor ist nicht die Einwohnerzahl, sondern die Kaufkraft der Region. Nordrhein-Westfalen ist mit rd. 1,1 Billionen € Jahresumsatz ausreichend groß. Die Schweiz, die nur ein Drittel der Einwohner von NRW hat, ebenfalls, weil die Kaufkraft pro Kopf sehr hoch ist. Belgien, Hessen, Kalifornien, Israel, Paris, das "Metropolitan County Greater Manchester", Katalonien oder London wären als Region alleine groß genug, um das BBM umzusetzen.

Attraktiv ist für Unternehmen aber auch eine Region, die zwar wenig Einwohner hat, aber logistisch relativ geringe Kosten bei hoher Kaufkraft anzubieten hat. Hamburg, Berlin, der Regierungsbezirk Arnsberg, Wien oder Rom könnten das BBM durchaus umsetzen. Dabei gilt die Faustformel: Je unattraktiver der Binnenmarkt ist, desto weiter muss man mit den Bedingungen herunter gehen. Island oder Wuppertal sind zum Beispiel für das BBM zu klein.


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