bbm_neue_perspektive


Vermögensbeschränkungen

Einige Fakten:
  • Die Schere zwischen Arm und Reich reißt systembedingt (Vermögen bringt Zinsen) immer weiter auseinander.
  • Das reichste Zehntel der deutschen Bevölkerung besaß 1996 rd. zwei Drittel des Volksvermögens.
  • Das reichste Hundertstel der Bundesbürger besaß 1996 rd. ein Viertel des Volksvermögens.
  • Das seit 1997 in Deutschland keine Vermögenssteuer mehr erhoben wird (mehr), gibt es keine aktielleren Daten zur Vermögensverteilung als die von 1996. Da die Umverteilung von Arm nach Reich durch Zinsen (mehr) systembedingt immer weiter läuft, ist die Ungleichverteilung heute zweifellos noch größer.
  • Die untere Hälfte der Bundesbürger besitzt so gut wie keinen Anteil am Volksvermögen.
  • Fast die gesamten Unternehmensanteile befinden sich im Eigentum der winzigen Oberschicht.
  • Die Oberschicht nutzt ihre finanziellen Mittel, um durch Lobbyisten politische Entscheidungen zu kaufen, die den Interessen der breiten Mehrheit der Bevölkerung entgegenstehen.
  • Parallel zu den Vermögen reißen gute und schlechte Wohnviertel auseinander.
Wenn Sie finden, daß diese ungerechte Verteilung nicht länger hingenommen wird, gibt u.a. die Lösung, die Form des Vermögens zu beschränken. Die Frage ist nämlich nicht nur, wie viel Vermögen die winzige Oberschicht hortet. Die Frage ist auch, was sie dafür kauft.

1. Der Bieterwettbewerb um Wohnimmobilien


Das Bandbreitenmodell (BBM) verschärft dieses Problem, weil alle Menschen sehr viel höhere Netto-Einkommen erzielen. Jeder, der heute noch arm ist, kommt zu Wohlstand. Und diejenigen, die heute reich sind, werden noch reicher. Das führt u.a. zu einem Konsumrausch. Bei massenhaft herstellbaren Gütern ist das kein Problem (sofern sie mit erneuerbaren, emissionsfreien Energien hergestellt und die verbrauchten Rohstoffe recycelt werden). Ein Problem sind jedoch gefragte Güter, die sich kaum vermehren lassen: Wohnimmobilien. Die steigende Kaufkraft würde zu einem Bieterwettbewerb um die besten Wohnimmobilien führen, bei dem die Oberschicht noch mehr Finanzkraft hat, um die Mittelschicht (eine finanzielle Unterschicht gibt es im Bandbreitenmodell nicht mehr) zu überbieten.

2. Konkretes Umsetzungsbeispiel: Eine 30 Mio.-€-Grenze


Sofern Sie dies von einer Partei oder durch einen Volksentscheid beschlossen würde, beschränkt der Bundestag für jede Person folgende Vermögensarten durch eine Vermögenssteuer von 100% oberhalb eines steuerfreien Vermögens von:
  1. 2 selbst genutzten Wohnimmobilien
  2. 10 vermieteten Wohnimmobilien/Wohneinheiten
  3. 5 Mio. € Aktienbesitz
  4. 20 Mio. € sonstigen Unternehmensanteilen
  5. einem Gesamtvernögen von 30 Mio. €
  6. 0 (in Worten: Null) € auf alle Eigentumskonstruktionen, die das Ziel haben, die Punkte a.-e. zu umgehen (das heißt: beim Versuch der Hinterziehung der Vermögenssteuer riskiert man den Verlust seines gesamten in Deutschland befindlichen Vermögens)
Das heißt: Es gäbe keinen Bundesbürger mehr mit einem Vermögen von mehr als 30 Mio €. Deutschland wäre ein Land ohne Superreiche und mit dem Bandbreitenmodell freier als alle anderen marktwirtschaftlichen Länder der Welt.

Warum diese konkreten Zahlen? Sie sind nur ein Beispiel, das folgende Überlegungen
berücksichtigt:
  1. Nur extrem wenige Menschen sind davon betroffen. Wahrscheinlich weniger als 10.000 Menschen bzw. 0,1 Promille der Wähler. Je weniger Menschen von einer politischen Entscheidung einen Nachteil haben, desto leichter ist sie mit den Wählern umzusetzen (auch wenn die Betroffenen erfahrungsgemäß alle Hebel dagegen in Bewegung setzen werden und gewisse Wirtschafts-Journalisten dafür zu bezahlen, eine Vermögenssteuer als Untergang von Freiheit und Zivilisation zu verteufen - obwohl das Gegenteil zutrifft).
  2. 30 Millionen € pro Person sind ein Betrag, bei dem sich jeder Mensch lächerlich macht, der die Meinung vertritt, dies sei nicht genug. Eine solche Gier zieht seit der Finanzkrise endlich die gesellschaftliche Ächtung nach sich, die sie verdient.
  3. Zu niedrige Vermögensgrenzen wirken demotivierend auf Unternehmer, und keine Wirtschaft kann auf Dauer ohne motivierte Unternehmer überleben.

Oberschicht-Lobbyisten verteufeln jegliche Steuern auf Vermögen mit dem Argument, daß damit Investitionen in die Wirtschaft und Arbeitsplätze verhindert würden. Dem ist zu entgegnen:

  • Je mehr wir uns den Investoren unterwerfen, desto abhängiger werden wir von ihnen. 
  • Je abhängiger wir uns von Investoren machen, desto handlungsunfähiger wird der Staat. Statt daß der Staat selbst investiert, ist er gezwungen, sich in immer mehr Bereichen den Kapitalbesitzern zu unterwerfen (siehe: Steuersparmodelle, Privatisierungen, Staatsverschuldung, etc.)
  • Jede Investition fordert Profite (Return On Investment). Jemand muß diese Profite zahlen. Dieser Jemand sind wir - die breite Masse der Bevölkerung, die keinen (nennenswerten) Anteil am Kapitalvermögen besitzt.
  • Vermögensbeschränkungen bei Unternehmensbeteiligungen begrenzen sowohl die Abhängigkeit von Investoren als auch die Vermögensumverteilung von Arm nach Reich.

3. Verwendung


Eine Vermögenssteuer wäre am einfachsten umzusetzen, wenn man die Einnahmen zweckgebunden gegen die größte Armut verwendet, und zwar die Armut in der 3. Welt.


Durch die Uneigennützigkeit wird der zu erwartende Vorwurf der Oberschicht entkräftet, die Unter- und Mittelschicht wollten sie "berauben". Dabei ist es genau umgekehrt.
Honoré de Balzac und Richard O'Connor formulierten treffend: "Hinter jedem großen Vermögen steht ein großes Verbrechen."
Das Verbrechen kann juristische gesehen legal sein und z.B. darin liegen, unverhältnismäßig hohe Vermögen durch Profite anzuhäufen, die durch die Übervorteilung von Mitarbeitern (z.B. Lebensmittel-Discounter) und Kunden entstehen. Oder auch darin, Wettbewerber aus dem Markt zu drängen und mit Kartellen und Monopolen die Welt zu plündern. Oder auch durch strafbare kriminelle Handlungen (organisierte Kriminalität). Und natürlich darin, mit Kapital zu Lasten der Armen, Uninformierten und Ehrlichen dieser Welt zu spekulieren.

4. Das Kapital wandert ab? Eine leere Drohung


Reiche Menschen drohen gern mit der Abwanderung ihres Kapitals. Das können sie gern tun. Was sie dabei übersehen:
  • Deutschland braucht das Kapital nicht, weil es durch das Steuersystem des BBM finanzielle Mittel im Überfluß gäbe.
  • Unternehmen, die in Deutschland Geschäfte und Profite machen, lassen sich mit den Bandbreitenmodell nicht verlagern, ohne den Steuervorteil bei der Umsatzsteuer (und damit die Existenzgrundlage) zu verlieren.
  • Unternehmen, die abwandern, verlieren ihren Anteil am deutschen Billionen-Binnenmarkt an die clevere Konkurrenz (siehe Kapitel 3.4.1. im Buch "Die Geldawine").
  • Immobilienvermögen läßt sich nicht ins Ausland transferieren.
  • Wertpapiervernögen läßt sich nur im Rahmen der Finanzmarktregeln des BBM (siehe Kapitel 5.2.ff im Buch "Die Geldawine") ins Ausland transferieren - auf Namensaktien in Höhe von insgesamt 5 Mio. € beschränkt.
  • Geldvermögen läßt sich in diesem Konzept nur dann ohne den Straftatbestand der Steuerhinterziehung transferieren, wenn man gleichzeitig die deutsche Staatsbürgerschaft aufgibt - und nichts fürchten Vermögende mehr als Freiheitsstrafen und den Verlust ihres Vermögens durch Bußgelder (siehe oben, Punkt f.
  • Wer auswandert, fehlt Deutschland nicht. Wie erkannte Charles de Gaulle so treffend? "Die Friedhöfe der Welt sind voller unersetzlicher Menschen." Spitzenmanager wollen abwandern? Wohin denn? Welches Land braucht solche Leute - und warum? Deutschlands Wirtschaft beschäftigt ein Heer von meist weitaus besseren Leuten in der 2. und 3. Reihe, die die glorifizierten Herrschaften schnell vergessen machen können.

5. Was kommt raus? Das wahrscheinlichste Szenario: Konsumrausch


Welche Beträge kämen bei einer Vermögenssteuer heraus? Im ersten Jahr wären es 3-4-stellige Milliardenbeträge, die durch die Besteuerung nicht verlagerbarer Vermögen in die Hände der Allgemeinheit wechseln würden.

Im Jahr 2 gäbe es in Deutschland nur noch Menschen mit weniger als 30 Mio. € Vermögen. Da die meisten Vermögen wachsen, würden alle, die die 30 Mio.-€-Grenze überschreiten, diesen Vermögenszuwachs verlieren. Das läßt sich ganz einfach umgehen: Durch Konsum. Wer knapp unter 30 Mio. € besitzt und mit einem Vermögenszuwachs rechnet, müßte keinen Cent Vermögenssteuer bezahlen, wenn er stets so viel "verprasst", daß er unter der 30 Mio.-€-Grenze bleibt.
Diese Art der Vermögenssteuer hätte also einen Konsumrausch bei Handel und Dienstleistungen und dadurch bedingt Steuereinnahmen für den Staat durch die Umsatzsteuer zur Folge. Ausnahme sind Ausgaben für Dinge, die Umsatzsteuerfrei sind, also z.B. Kunstgegenstände. Im Sinne der Kulturförderung und in Anbetracht der Tatsache, daß das Horten von Kunstgegenständen gesellschaftlich unkritisch ist, kann man Kunst von der Bemessung der Vermögenssteuer ausnehmen.

Für die Reichen, die sich heute gegen die Vermögenssteuer stemmen, hätte sie 2 Dinge zur Folge: Erstens höhere Lebensqualität durch die Erfüllung materieller Wünsche. Und zweitens eine höhere Lebenszufriedenheit, weil der Abstand zu den skandalös Armen dieser Welt nicht mehr so groß ist und Reiche endlich helfen, das Elend zu beseitigen, statt es durch Zinsforderungen zu mehren.


6. Noch nicht überzeugt?

Sind Sie noch nicht überzeugt? Sind Sie dafür, daß dieses menschenverachtende Zinssystem weiter laufen soll? Dann sind Sie eine dieser verlorenen Seelen, über die Christus sagte: "Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr als ein Reicher ins Himmelreich."

parasiten

"Reicher Mann und armer Mann
standen da und sahn sich an.
Und der Arme sagte bleich:
»wär ich nicht arm, wärst du nicht reich«."
(Bertold Brecht in seinem Gedicht "Alfabet" )