bbm_neue_perspektive

Protektion? Selbstverständlich?
Wahrer Liberalismus? Selbstverständlich!


Marktradikale werfen dem Bandbreitenmodell (BBM) vor, es bedeute Protektionistismus
. Das sei angeblich Gift für den angeblich freien Welthandel, und was den freien Welthandel behindere, führe zum Untergang der Menschheit.

Wie üblich ist bei den Aussagen der Marktradikalen das genaue gegenteil richtig.

Zunächst einmal: Was bedeutet Protektionismus? "Protektion" bedeutet "Schutz", die Endung "ismus" bedeutet soviel wie Lehre / geistige Strömung. Warum soll es falsch sein, die Menschen vor dem Raubtierkapitalismus der marktradikalen Narren zu schützen?
Das BBM ist der wahre Verkörperung des Liberalismus, nämlich der Freiheit der Menschen. Diejenigen, die sich heute "liberal" und "freiheitlich" nennen, pervertieren diesen Begriff, weil sie damit die Unterwefung der Menschen unter die Interessen der Kapitalbesitzer/Wirtschaft meinen.

Wo gab es seit der Steinzeit einen freien Welthandel? Nirgends! Und im heutigen System wird es auch nie einen geben, weil ALLE Länder ihre heimische Wirtschaft schützen (was auch nicht verwerflich, sondern intelligent im Sinne des menschlichen Selbsterhaltungstriebes ist). Beispiele für tatsächlichen Protektionismus zeigt z.B. der neoliberale Autor des Spiegel unter http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,605304,00.html

China läßt z.B. keine freien Importe zu, sondern nur Minderheitsbeteiligungen an Joint Ventures mit chinesischer Mehrheitsbeteiligung. Entgegen dem zitierten Gatt-Abkommen begrenzt China die Ausfuhren seltener Rohstoffe (googlen Sie einmal "seltene Erden China", siehe z.B. http://www.heise.de/tp/r4/artikel/33/33518/1.html). Und vom Spielzeug über Maschinenbau bis zu Airbus und Transrapid scheren sich die Chinesen nicht im Mindesten um Patentschutz und Copyright.

Die USA protegieren ihre Wirtschaft mit "buy american" (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,604655,00.html), kippen gewonnene Ausschreibungen von Airbus zu Gunsten von Boeing (http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/eads-aus-fuer-tankflugzeuge-deal-europa-wuetet-ueber-protektionismus-made-in-usa-1.21707), und als z.B. Dubai amerikanische Hafenbetreiber kaufen wollte, hat der US-Kongress es abgelehnt.

Deutschland bekämpft die ausländische Übernahme von Schlüsselindustrien:
http://ssl.sueddeutsche.de/geld/schutz-vor-staatsfonds-ein-viertel-ausland-ist-zu-viel-1.690912
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,492481,00.html
http://www.tagesschau.de/wirtschaft/uebernahmeschutz100.html

Frankreich ist extrem protektionistisch, siehe Verhalten bei Konkurrenz für Alstom, Alcatel, Sanofi, etc. (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,723216,00.html).

Die EU subventioniert die eigene Industrie/Exporte massiv (http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,631016,00.html) und diskriminiert Importeure aus Nicht-EU-Ländern. Freien Handel mit Arzneien läßt die Lobbyisten-gesteuerte EU überhaupt nicht zu (http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,625784,00.html).

Japan ist protektionistisch fast völlig abgeschottet. Siehe z.B. Rückzug von Nokia aus Japan (http://www.ftd.de/it-medien/it-telekommunikation/:niederlage-in-fernost-nokia-gibt-japan-auf/444317.html).

Die gesamte Welt befindet sich in einem "Währungskrieg" mit Exportsubventionen und Importdiskriminierungen (http://www.zeit.de/2010/42/01-Waehrungskrieg).

Und so ließe sich eine endlose Liste fortsetzen von Russland über Brasilien, Venezuela, Israel, die Schweiz, Österreich, Großbritannien, Irland, Litauen, und, und, und.

Der freie Welthandel ist eine Möhre, die die Großaktionäre der Exportindustrie der Welt vorhalten, damit sie weiterhin von arm nach reich umverteilen können. Der größte Teil der Weltbevölkerung profitiert nicht, sondern lebt in bitterer Armut, siehe http://www.bandbreitenmodell.de/globalisierung.